Freitag, 20. Mai 2022 Kodak Retina Suchersysteme
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Kodak Retina -/- Faszination eines Kamera-System -/- 1934 bis 1969

Suchersysteme

Sportsucher

(aufklappbare Bildbegrenzungsrahmen)

RETINA-Sucherkameras waren analog den Kameras von Mitbewerbern mit recht kleinen Durchsichtsuchern ausgerüstet. Ein verkleinerndes Linsensystem schränkte die Beobachtung des aufzunehmenden Motivs ein. Erst mit der Einführung von Grossbildsuchern (ab ca.1956) wurde dieser Mangel behoben. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden von verschiedenen Herstellern unterschiedliche Hilfsmittel angeboten, welche die Aufnahme z.B. schnell bewegter Objekte erleichterte.

Ausklappbare Rahmen- oder Sportsucher wurden schon früh an Klapp- und Rollfilmkameras eingebaut. Für Kleinbildkameras bot sich die Verwendung von aufsetzbaren Rahmensuchern in den - sofern vorhandenen - Zubehörschuh an.

Ab 1950 bot KODAK-Stuttgart für die Retina-Modelle ab Type 013 einen ersten klappbaren Sportsucher an. Weitere drei Sportsucher folgten und sind zur Verwendungen mit nachstehend erwähnten Retina-Modellen ausgelegt.

So wird die Wahl eines geeigneten Motivausschnittes auch bei etwas ungünstigen Lichtverhätltnissen erleichtert. Aber auch für Nahaufnahmen mit T- oder N-Linsen konnten die Sportsucher sinnvoll eingesetzt werden. Die hinteren Durchsichtrahmen sind zum Ausgleich der Parallaxe in der Höhe verschiebbar und weisen eine Distanzskala (Unendlich bis 0.3m) auf.

Sportsucher Typ a

  

(1949) für RETINA I/Ia und II/IIa (Typen 013-014-015-016)
- aufklappbare, mattverchromte Bildbegrenzungsrahmen für 50mm-Optik
- Frontrahmen graviert - oben «KODAK» - unten «Retina»
- verschiebbarer, hinterer Rahmen mit Distanzskala für Parallax-Ausgleich

Sportsucher Typ b

  

(ca.1955) für RETINA Ib
- aufklappbare Bildbegrenzungsrahmen für 50mm-Optik
- Frontrahmen mattverchromt, mit rot eingelegtem «KODAK»-Signet - verschiebbarer, hinterer Rahmen für Parallax-Ausgleich, schwarz mit eingravierter Distanzskala
Kodak-Nr. 14 722

Sportsucher Typ c

  

(ca.1955) für RETINA IIc und IIIc
- aufklappbare Bildbegrenzungsrahmen mit vorn und hinten einschwenkbaren Masken für 50mm- und 80mm-Optik
- Frontrahmen mattverchromt mit rot eingelegtem «KODAK»-Signet
- verschiebbarer, hinterer Rahmen für Parallax-Ausgleich, schwarz mit eingravierter Distanzskala

Masken hochgeschwenkt = untere Öffnungen mit Bildbegrenzung für 50mm-Standardobjektiv
hintere Maske eingeschwenkt = Bildbegrenzung für 35mm-Weitwinkel beide Masken eingeschwenkt = Bildbegrenzung für 80mm-Teleoptik
Kodak-Nr. 14 723

Sportsucher Typ s

  

(1960) für RETINA IIIS
Der Sportsucher «s» wurde speziell für die Retina IIIS gebaut, um u.a. bei Verwendung des Teleobjektivs 4/135 in Verbindung mit den Vorsatzlinsen TI/60 und TII/60 im Nahbereich den Parallax-Fehler des Leuchtrahmensuchers ausgleichen zu können.

- aufklappbare Bildbegrenzungsrahmen mit vorn und hinten je zwei einschwenkbaren Masken für die Retina-Wechselobjektive 50mm, 85mm und 135mm
- Frontrahmen und vordere Masken mattverchromt, rot eingelegtes «KODAK»-Signet
- verschiebbarer, hinterer Rahmen, schwarz mit eingravierter Distanzskala
Masken eingeschwenkt für 135mm-Teleobjektiv
Mittlere Masken - untere Öffnungen für 85mm-Teleobjektiv
Masken oben – untere Öffnungen für 50mm-Standardobjektiv
Kodak-Nr. 14 728

Optische Sucher

Mattscheiben-Geräte

  

(1955-1958) zur Verwendung mit Wechseloptiken der RETINA-Kameras IIc/IIIc/IIC/IIIC

Grundidee des Systems:
Der Mangel der exakten Distanzeinstellung einer Sucherkamera gegenüber einer Spiegelreflex-Kamera kann mit diesem Gerät, speziell im Nahbereich, wenn auch etwas umständlich, aber wirkungsvoll kompensiert werden. Der Bildausschnitt deckt sich mit dem Format 24x36mm. Das Gerät leistet wertvolle Dienste bei Makro-Aufnahmen.

Es sind zwei unterschiedliche Mattscheiben-Geräte gefertigt worden. Diese aind auf die Wechseloptiken von Schneider-Kreuznach, bezw. Rodenstock-München abgestimmt.

Ausführungen
Mattscheiben-Gerät «X» (Xenon) für Wechseloptiken Schneider «Retina-Xenon C» - Kodak-Nr. 14 231
Mattscheiben-Gerät «H» (Heligon) für Wechseloptiken Rodenstock «Heligon C» - Kodak-Nr. 14 232

Die Mattscheiben-Geräte sind aufwändige optische Systeme und speziell auf die Wechseloptiken der RETINA-Kameras abgestimmt. Bevor damit gearbeitet werden kann, sind die Geräte unter Verwendung der 50mm-Frontoptik zu justieren:

  • Offene Blende
  • Unendlichstellung
  • über 100m entferntes Objekt anvisieren
  • Klemmschräubchen lösen
  • Mattscheibe in Position bringen
  • Schräubchen festziehen
  • Das justierte Gerät wird anstelle der Kamera auf einem Stativ (z.B. Retina-Tischstativ) befestigt und ermöglicht mit dem vorn angesetzten Frontelement der Kamera-Optik die Scharfeinstellung und Bildausschnitt-Bestimmung. Dieser Ausschnitt ist mit dem Aufnahmeformat der Kamera identisch. Die optische Achse des Mattscheibengerätes deckt sich ebenfalls mit derjenigen der Retina-Kamera. Der Bildausschnitt ist, bedingt durch das optische Konzept, leider kopfstehend. Dafür lässt sich die Dioptrie dem Auge anpassen und arretieren.

    Anstelle des Frontelementes 50mm kann auch die Tele- oder Weitwinkeloptik eingesetzt werden. Bei Makro-Aufnahmen unter Verwendung von N-, R- und T-Nahlinsen zeigen sich die Vorteile dieses Gerätes.

    Nach der Festlegung des Bildausschnittes wird, ohne das Stativ zu bewegen, das Mattscheiben-Gerät entfernt und an deren Stelle die Kamera aufgesetzt.

    Die am Mattscheiben-Gerät vorgenommene Distanzeinstellung wird auf die Kamera übertragen. Anschliessend wird die im Mattscheiben-Gerät verwendete Optik-Kombination wieder in die Kamera eingesetzt.

    Als Beispiel hat Kodak in einer ihrer Druckschriften die unten gezeigten Bilder bezüglich der Grössenverhältnisse bei unterschiedlichen Optiken aufgeführt. Wie bereits erwähnt sind sie im Mattscheibengerät Kopf stehend zu sehen. Beim Fotografieren aus freier Hand ist die Anwendung des Gerätes sehr gewöhnungs-bedürftig. Nicht von Ungefähr ist das Konzept deshalb für die Verwendung mit einem Dreibein- oder Tischstativ ausgelegt.

    Optischer Mehrfachsucher

      

    (ca.1954) zur RETINA IIc & IIIc
    Dieser Sucher ist für die RETINA IIc und Retina IIIc dann erforderlich, wenn die Standardbrennweite 50mm durch eine der beiden Wechseloptiken mit 35mm oder . 80mm Brennweite ausgetauscht wird. Er wird in den Zubehörschuh der Kamera eingeschoben.

    Mit dem optischen Mehrfachsucher kann der Bildausschnitt den Wechseloptiken 35mm oder 80mm angepasst werden. Dies erfolgt durch Ein- oder Ausschwenken einer Maske im Innern des Suchers.

    Zum Ausgleich der Parallaxe kann die Neigung des Suchers, analog der Aufnahmedistanz, über eine Einstellscheibe verschwenkt werden.

    Für die RETINA’s IIC und IIIC ist der Sucher nicht erforderlich. Bei diesen beiden Kameras ist der Grossbildsucher so ausgelegt, dass der Bildausschnitt für die Brennweiten 35mm, 50mm und 80mm über Leuchtrahmen eingespiegelt ist.
    Kodak-Nr. 14 721

    Weitwinkelsucher

      

    (ca.1958) zur RETINA IIIS
    Dieser Aufstecksucher wird nur bei Verwendung des Wechselobjektivs Retina-Curtagon 4/28mm an der Retina IIIS erforderlich. Das Einsetzen dieses Objektivs bewirkt keine automatische Anpassung des Bildausschnitts.
    Kodak-Nr. 14 727 & 62 841

    Winkelsucher

      

    (1958)
    An allen neueren RETINA-Modellen verwendbar, sofern deren Sucherokular-Ring dafür vorgesehen ist Dies ist erkennbar an zwei parallelen Anfräsungen. Die Dioptrie lässt sich am Winkelsucher verändern. Das Sucherbild ist seitenverkehrt.
    Kodak-Nr. 14 725 & 64 811

    Winkelsucher mit Zwischenstück
    zu RETINA-Modellen mit rechteckigem Suchereinblick ( IBS-IF-IIF-RxIII-RxIV-Instamatic Reflex) Kodak-Nr. 64 814

    Winkelsucher allein - Kodak-Nr. 14 725 & 64 811
    Zwischenstück allein - Kodak-Nr. 14 729 & 62 836
    Bei Verwendung von Sucher-Korrektionslinsen wird das Zwischenstück als Halterung benötigt.

    Korrektionslinsen - Kodak-Nr. 14 922 & 62 931

    Anmerkung
    Bei Verwendung des Winkelsuchers mit Zwischenstück, bzw. des Zwischenstücks an den erwähnten Kameras ist Vorsicht geboten. Der rechteckige Kunststoff-Rahmen des Suchereinblicks ist nicht für robuste Hände gebaut und kann beim Einschieben des Zwischenstücks sehr leicht ausbrechen.

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    Letzte aktualisierung am Freitag, 04. Februar 2022