Freitag, 20. Mai 2022 Kodak Retina Belichtungsmesser
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Kodak Retina -/- Faszination eines Kamera-System -/- 1934 bis 1969

Belichtungsmesser

Zur Zeit der Einführung der ersten Retina-Kameras war die richtige Einstellung der Belichtungswerte noch immer ein grosses Problem.

Welche Blendenöffnung bei einer eingestellten Verschlussgeschwindigkeit und vorhandenen Lichtverhältnissen zu wählen ist, war seit Beginn der «analogen» Fotografie die entscheidende Knacknuss. Jahrelange Erfahrung der Fotografen und einfache Hilfsmittel wie Tabellen halfen mit, einigermassen gut belichtetes Filmmaterial zu erstellen.

Der Wunsch nach zweckmässigem Gerät zur Messung des Lichtes blieb lange Zeit unerfüllt. Dennoch waren erste «Belichtungsmesser», sogenannte Vergleichsmessgeräte mit zum Beispiel kurios anmutenden Namen wie «Aktinometer» etc. bereits zur Zeit der ersten Retina’s auf dem Markt. Der Nachteil dieser Geräte bestand darin, dass das menschliche Auge einen Helligkeitsvergleich vorzunehmen hatte und deshalb nur einen relativen Wert abgeben konnte.

Erst die Erfindung der Selen-Belichtungsmesser mit ihrer lichtempfindlichen Schicht erbrachte ein brauchbares Hilfsmittel. Verschiedene Hersteller boten bald solche Geräte an, die entweder einen Markennamen des Herstellers oder den Namen eines Kameraherstellers trugen.

Die von KODAK angebotenen Hand-Belichtungsmesser sind nachstehend aufgeführt. Sie zeigen auf, dass KODAK zurückhaltend erst Geräte anbot, welche bereits eine ordentliche Zuverlässigkeit gewährleisteten. So werden heute immer noch einwandfrei funktionierende Selenbelichtungsmesser angetroffen, sei es als Handbelichtungsmesser oder als eingebaute Exemplare.

METRAPHOT

   Hersteller: Metrawatt, Nürnberg 1949
- Selen-Aufsteckbelichtungsmesser, ähnlich «Leicameter»
- Nachführ-Markierung und Zeit/Blendenskala

Ausführung für Kodak-Retina- & andere KB-Kameras. Der Aufsteckfuss des Gerätes lässt sich an die Lage des Zubehörschuhs auf der Kameras anpassen. Seitlichen Führungen vor der Messzelle dienen zum Aufstecken eines Verstärkerelementes und damit der Erweiterung des Messbereichs bei schwachem Licht.

Zubehör: Belichtungsmesser-Halter für Retina-Mikro-Ansatz (siehe 7.10.9.1)

KODALUX

   Hersteller: Gossen, Erlangen 1953
- Selen-Aufsteckbelichtungsmesser, ähnlich Gossen «SIXTI»
- rechteckige, breite Form mit grober Wabenstruktur, AufsteckStreuscheibe
- Messwerk mit zwei Bereichen
- Nachführtrommeln mit Zeit/Blendenskalen
Zubehör: Belichtungsmesser-Halter für Retina-Mikro-Ansatz (siehe 7.10.9.2)

KODALUX L

   Hersteller: Gossen, Erlangen 1954
- Selen-Aufsteckbelichtungsmesser, ähnlich «KODALUX»
- rechteckige, breite Form mit feiner Wabenstruktur, aufklappbarer Streuscheibe
- Messwerk mit zwei Bereichen
- Nachführtrommeln, Lichtwert- & Zeit/Blendenskalen (LW 5 bis 18)
Zubehör: Belichtungsmesser-Halter für Retina-Mikro-Ansatz (siehe 7.10.9.3)

KODALUX L

   Hersteller: Gossen, Erlangen 1958 (Kodak-Nr. 25 115 und 64 612)
- Selen-Aufsteckbelichtungsmesser mit neuer, verkleinerter und abgerundeter Form
- seitlich verschiebbares Rollo mit Verriegelung und Streulichtfenster
- Einbereich-Messwerk
- Nachführzeiger, Lichtwert- und Zeit/Blendenskalen
Zubehör: Belichtungsmesser-Halter für Retina-Mikro-Ansatz (siehe 7.10.9.4), Lederetui

Einbau-Belichtungsmesser

Mit Einführung der 2. Retina-Generation 1954 bot sich für KODAK die Gelegenheit, die Entwicklung immer kleinerer Selen-Belichtungsmesser für den direkten Einbau ins Kameragehäuse auszunützen.

So wurde die Retina IIIc (Type 021) erstmals mit einem eingebauten, ungekuppelten Selen-Belichtungsmesser ausgerüstet. Ein mit dem Gerät gemessener (Licht-)Wert musste von Hand auf die Kamera (Lichtwertkupplung)übertragen werden. Entsprechend dem damaligen Entwicklungsstand handelte es sich um 2-stufige Belichtungsmesser, Geräte also, welche die für die Belichtung des Filmmaterials erforderlichen Werte nicht stufenlos erfassen konnten.

Der Messbereich war in eine Hell- und eine Dunkel-Stufe aufgeteilt und wurde mittels einer Metallabdeckung gesteuert. Bei «viel Licht» blieb die Abdeckung mit ihrer kleinen Lichtöffnung dem Messelement vorgeschaltet und wurde bei «schwachen Licht» einfach hochgeklappt. Mit diesem Konzept war es erforderlich, dass ein hochempfindliches Messelement eingebaut werden musste. Damit verbunden war, bei nicht sachgerechter Anwendung, mit einer zusätzlichen Verkürzung der Nutzungsdauer des Belichtungsmessers zu rechnen.

Schon bei Einführung einer nächsten mit eingebautem Belichtungsmesser ausgerüsteten Retina-Kamera (Type 025) im Jahre 1956 wurde das Zweistufensystem nicht mehr anwendet. Hingegen wurde die Leistungsfähigkeit der Selen-Belichtungsmesser durch Vergrösserung des Lichtmesselementes bereits 1958 an der Retina IIIc (Type 021/IV), der Retina IB (Type 019) und der Retina IIIS (Type 027) nochmals verbessert. An späteren Retina-Kameras mit Selen-Belichtungsmessern ist vorwiegend letzteres Modell anzutreffen.

Nachteilig an sämtlichen Selen-Belichtungsmessern ist ihre beschränkte Funktionsdauer. Je mehr mit einem derartigen Gerät gearbeitet wurde, desto schneller war die lichtempfindliche Platte erschöpft. Es empfahl sich deshalb, den Selen-Belichtungsmesser bei Nichtgebrauch lichtdicht abzudecken, beziehungsweise die Kamera in der Bereitschaftstasche zu verstauen

Mit der Entwicklung neuer CdS-Belichtungsmesser, die letztlich auch in Retina-Kameras eingebaut worden sind, konnte zwar ein Problem behoben werden. Nachteil dieser und späterer Belichtungsmesser sind die zum Betrieb erforderlichen, Quecksilber enthaltenden Batterien. Vielfach in der Kamera vergessen und ausgelaufen oder auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind dadurch unzählige Foto- und Filmkameras, Handbelichtungsmesser und andere Geräte ihrer ursprünglichen Funktionstüchtigkeit beraubt worden.

Die letzte Entwicklung von Belichtungsmessern, die als Hand- oder Einbaugeräte verwendet wurden und werden, benötigen keine Quecksilber enthaltenden Batterien mehr.


Einbau-Belichtungsmesser mit 2 Messbereichen
  
Einbau-Belichtungsmesser mit 1 Messbereich

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Letzte aktualisierung am Freitag, 21. Januar 2022